Dr. prof. Irmgard Johanna César-Göhring

18:42 | Von | Kategorie: Gemeinde und Seelsorge, Unterstützer, Aktuelle Neuigkeiten

Irmgard Johanna César-Göhring

Irmgard Johanna César-Göhring (1922-2011),   eine hoch dekorierte und sozial engagierte Persönlichkeit in der dritten Welt und in Russland, hat uns am 1. April 2011 für immer verlassen. Ihr Andenken ist für uns eine große Verpflichtung, ihr im Gutes tun nachzuahmen.   Frau Professor Dr. Irmgard Göhring war Chemikerin und     hat sich bereits in jungen Jahren entschieden, ihre    Kenntnisse der afrikanischen Jugend im damaligen Belgisch-Congo zu widmen, anstelle eine berufliche          Karriere in der chemischen Industrie zu machen.   LEHRERAUSBILDUNG   Centre de Coordination pour la Formation Permanente des Enseignants (siehe: www.ccfpe.org)   Ihre pädagogische Fähigkeiten dehnte sie über das ganze afrikanische Land aus, wo sie sich als Hochschullehrerin der Universität „Louvanium“ für die Lehrerausbildung einsetzte. Bildung ist der Schlüssel für die Entwicklung von Volk und Land,  war ihre Devise. In allen Provinzstädten gründete sie Niederlassungen, hielt Seminare ab und fühlte sich unter den jungen Afrikanern und Afrikanerinnen wohl wie eine Glucke, die ihre Küken unter ihre Flügel geschart hat. Dabei wusste sie sich als eine Dame von Welt nicht nur in den besten Kreisen der Gesellschaft der Hauptstadt Kinshasa zu bewegen, sondern gleichfalls die Kontakte mit den  neuen Emporkömmlingen der kongolesischen/zairesischen Hautevolee  zu pflegen und diese für ihre pädagogischen Ziele einzusetzen.  Selbst der katastrophale Niedergang des Landes im wirtschaftlichen und politischen Bereich durch Abnutzung der Macht des Alleinherrschers Desiré Mobuto Sese Seko waza Mbanga  und seiner mehr als korrupten Führungsmannschaft,  konnte Madame Göhring nicht abschrecken, mittels guter Beziehungen den Menschen in der Provinz und in den sog. Cités ihre Hilfe zukommen zu lassen und deren Bildungshunger zu stillen. Das ging soweit, dass sie mit ihrem eigenen Geld Schulbauten finanzierte, wenn eine gewisse Eigenbeteiligung der Bevölkerung ín einem Dorf garantiert war. Auf einem solcher Bildungsseminare in Kenge  und  später in Kikwit sind wir uns das erste Mal und dann wiederholt begegnet. Es war -wie man so sagt- Liebe auf den ersten Blick und mehr als 30 Jahre haben wir uns nicht mehr aus den Augen verloren. Gut in Erinnerung ist mir eine gemeinsame Einladung in Kinshasa, wo Frau Dr. Hildegard Hamm-Brücher sie in aller Öffentlichkeit für ihre Verdienste im Kongo auf dieser Versammlung gewürdigt hatte.   LICHT FÜR AFRIKA MIT SOLARLAMPEN   2008, zehn Jahre nach meinem Fortgang aus Afrika, wärmte Frau  Dr. Irmgard Göhring meine Liebe zu Afrika wieder auf. Das SOLUX  Lampenprojekt wurde neu im Kongo gestartet, nachdem wir bereits in den 90er Jahren eine erfolgreiche Produktion des Modells SOLUX LED 100 mit einer Montagewerkstatt aufgebaut hatten, die  aber inzwischen wieder eingeschlafen war. Unser Ziel war es, mit dem einfacheren Modell Solux LED 50 eine preiswerte, aber doch qualitative preisgekrönte Solarlampe in ländlichen und städtischen Bezirken anzubieten, wo es keinen elektrischen Strom gibt, aber doch die notwendigen Dienste in Krankenhäusern,  Verbandsstationen, Schulen und Haushalten nur mit Hilfe der Umwelt verschmutzenden Petroleumlampen vonstatten gehen. Meine kongolesischen Mitbrüder und Steyler Missionare aus mehr als einem Dutzend verschiedener Nationalitäten arbeiten in diesem Milieu und kennen die Bedürfnisse der Menschen. Das kleine Projekt, das anfänglich nur mit dieser Gruppe von Mitbrüdern begonnen  hatte, fing in diesem Kontext Feuer bei der afrikanischen Bevölkerung. Erst mit Hilfe von Frau Professor Dr. Irmgard-Johanna César-Göhring konnten wir dieses „Lichtbringerprojekt“ in großem Stil erweitern und auch heute ohne sie fortsetzen.  Nach Angaben der Betreibergesellschaft SOLUX e.V. stand im November 2010 die Steyler Missionsprokur St. Augustin als Koordinator an der Spitze der Abnehmer von SOLUX LED 50 Leuchten mit einem Rechnungsbetrag von über 20.000 EUR. Außerdem belieferten wir den  Gesundheitsverein Kongo e.V. „LISUNGU“ und die Musiker von „Kinshasa Symphonie“ der Kimbanguisten in Kinshasa mit jeweils 200 Stück SOLUX LED 50 für ihre Verdienste um den Einsatz bei Bevölkerungsschichten, die normalerweise keinen Zugang zu Licht haben, womit ihnen erst der Weg zur Bildung eröffnet wird.   MARIÄ-HEIMSUCHUNG STIFTUNG   Unsere fruchtbare Zusammenarbeit und Freundschaft mit Frau Irmgard Göhring im Kongo, hat sie auch bewegt, unsere Arbeit im Sankt-Petersburger Russland kennenzulernen. Zunächst unverbindlich auf einer Kreuzfahrt durch die Ostsee nach Sankt-Petersburg. Dann im gleichen Jahr 2009  bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse für P. Richard Stark. Dabei reifte ihr Entschluss, den notwendigen finanziellen Grundstock für die Mariä-Heimsuchung Stiftung zu legen, mit der wir jetzt die laufenden Kosten bei der Renovierung des historischen und unter Denkmalsschutz stehenden Gebäudes und des verbliebenen Kirchengeländes finanzieren können. Die Kirche wurde von dem berühmten Zarenarchitekten, Nikolas Benois 1859 fertiggestellt. Auf dem ehemaligen Friedhof ruhen 40. 000 Katholiken, eine Größenordnung, die für Russland einzigartig ist.   Richard Stark, Pfarrer von Mariä-Heimsuchung

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