Pastoraler Dienst unter indischen Studenten

10:01 | Von | Kategorie: Gemeinde und Seelsorge, Steyler Missionare
Es gibt eine ganze Reihe von ausländischen Studenten in St. Petersburg. Darunter gibt es einige Katholiken,  andere gehören zu unterschiedlichen christlichen Konfessionen oder auch zu anderen Religionen. Lange Zeit war niemand wirklich  zuständig für die Katholiken, auch wenn einige katholische Pfarreien ihnen ihre Dienste anboten. Es gab für sie keine richtige Ermutigung und so fanden nur wenige am Sonntag den Weg zur heiligen Messe. Seit neun Monaten scheint sich,  die Situation in dieser Hinsicht verändert zu haben. Ein SVD Priester aus Polen, Fr. Tadeusz Panek, der eingeladen worden war, um in der Ural Region (-die Russland einschließt-) zu arbeiten, nahm das Angebot  an,  mit den indischen Studenten zu arbeiten. Er besitzt gute Kenntnisse in  der englischen Sprache und dachte bei sich,  dass es gut wäre, sich um die Studenten zu kümmern;  eine Reihe von ihnen wohnen im Studentenheim in gleichen Stadtteil, wo sich unsere Gemeinde befindet. Er traf sich an einem Sonntag mit ihren Vertretern in unserer Kirche und vereinbarte mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dies sind einige seiner Eindrücke: „Meine erste Missionsbestimmung erhielt ich für St. Kitts, einer Insel in der Karibik/Westindien. Unter den ersten Mitbrüdern  war Fr. Tony Rebello, ein Inder, mit dem ich sehr bald befreundet war. Seit dieser Zeit habe ich viele Inder getroffen und irgendwie hatte ich keine Probleme, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Deshalb war ich froh, indische Studenten hier in Russland  anzutreffen und hoffte,  dass unsere Beziehungen sich gut entwickelten und damit auch das pastorale Engagement erfolgreich sein würde. Die meiste Zeit hielt ich die Messe mit ihnen  auf Englisch in ihrem Studentenwohnheim; die Bedingungen waren nicht allzu gut, aber zumindest  besuchten viele von ihnen die Messe, weil es einfach sehr nah war und sie sich nicht weit weg von zu Hause bewegen mußten. Sie alle studieren Medizin in Russland, und zwar deswegen, weil das Studium  hier sehr viel günstiger ist als im eigenen Land, unnötig zu erwähnen, als in England oder in den USA. Sie sind durchweg sehr nett und sympathisch; nicht alle von ihnen sind jedoch -außer ihrer Teilnahme an der Messe,  wirklich engagiert,  Ich versuche, aufgrund der Tatsache, dass die meisten jungen Menschen auf der ganzen Welt ähnlich sind,  sie in dieser Hinsicht zu entschuldigen. Während der Messe übernehmen sie in der Regel die Lesungen und den Psalm, nach der Kommunion singen sie ein Lied in ihrer eigenen Sprache, da sie alle aus Kerala, der  katholischsten Provinz in Indien stammen. Andere Hymnen werden in englischer Sprache gesungen,  die ich immer  für sie ausgedruckt habe. Nach der Messe wird  eine Mahlzeit  serviert, die wie gewöhnlich sehr scharf sein muss… Wir erinnern uns gern an den gemeinsamen Einkehrtag  vor Ostern im Ort Avkalevo, wo die SVD ein Erholungshaus betreibt. Ich habe versucht, auf ihre Bedürfnisse, ihre mangelnden Kenntnisse der katholischen Lehre und auf die Spaltung der Christen durch Reformation einzugehen, (da sich viele von ihnen täglich mit anderen nicht-katholischen Studenten mit ihrem Glaubensleben auseinandersetzen müssen). Es war eine Art Vorbereitung für das kommende Osterfest:  mit Beichte, Kreuzweg und  Fastenmeditation. P. Freddie Thomas, ein Freund von mir, der in Indien arbeitet, hat mich mit Materialien versorgt, die er mir über  Internet zugeschickt hat. Und auch, wenn die Teilnahme an der hl. Messe nach diesem Einkehrtag wieder nachgelassen hat, so entmutigt mich dies nicht und ich hoffe, die Studenten nach dem Sommerurlaub wieder zu treffen und fortzufahren, sie auf ihrem Weg mit und zu Christus in diesem kleinen Teil des Weinberg des Herrn zu begleiten … “ (Tadeusz Panek SVD)

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