7. Sonntag nach Ostern B, Joh. 17,6a.11b-19

14:23 | Von | Kategorie: Predigten

7. Sonntag der Osterzeit B , Joh 17, 6a.11b-19

Noch in der Nacht seines Verrats betet Jesus für seine Jünger. Sie haben Kraft und Beistand nötig, um dem Bösen, dem Satan, der in dieser Welt immer noch herrscht, zu widerstehen. Jesus wendet sich an seinen Vater: »Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast.

Welch ein Privileg haben Christen! Ihr Heiland bittet für sie. Sie stehen nicht allein. Jesus selber legt sie Gott dem Vater ans Herz. Und darauf können wir uns verlassen: Was Jesus vom Vater erbittet, das wird ihm auch gewährt, denn er und der Vater sind eins (Joh.10,30).

Soll damit den Christen ein unbeschadetes, glückliches Leben in dieser Welt garantiert werden? Nein, „die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin. Auch sollen sie noch nicht von der Welt befreit werden: Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst. Sie sollen aber davor bewahrt werden, die Verbindung mit Gott zu verlieren. Darum bittet Jesus: Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit. Jesus selbst hat das getan: Ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

Damit sind seine Jünger zu einem neuen Wesen geworden, inmitten der vergänglichen von Gott abgewandten Welt.

Warum ist das für sie möglich geworden? Verfügten sie über ganz besondere Eigenschaften – sei es Moral, Ausbildung oder besondere Standhaftigkeit im Leiden? Nein, gerade unsere Heilsgeschichte legt davon Zeugnis ab, dass die Jünger Jesu ganz normale Menschen waren – wie wir es sind. Die Antwort auf die oben gestellte Frage ist erstaunlich einfach: Aus Liebe. Und wir haben diese Antwort in der 2. Lesung gehört: Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.

(Autor: Dietrich von Bülow-Sternbeck)

 

Schreibe einen Kommentar