Über unsere Gemeinde

Markus Müller:

In Russland und auch in St. Petersburg ist die Mehrheit der Christen eine russisch-orthodoxe.

Das Verhältnis der katholischen Gemeinde “Mariä-Heimsuchung”  zu den anderen Glaubensgemeinschaften ist entgegen mancher Mutmaßungen eher entspannt. So kommen zu den Veranstaltungen auch orthodoxe und evangelische Geistliche und es wird ein respektvoller Dialog geführt,  die Menschen schätzen sich persönlich auch über die konfessionellen Grenzen hinweg.

Die Kirchen sind in der breiteren öffentlichen Wahrnehmung in Russland oft an die Nationalitäten gebunden. “Deutsche” gehören in diesem Schema zum evangelisch lutheranischen Glauben,  Katholiken zum polnischen und die Russen  zum russisch-orthodoxen Glauben.  Der Ursprung dieser “gefühlten Einteilung” liegt natürlich in der Geschichte St. Petersburgs begründet, entspricht aber nicht den wirklichen Verhältnissen.

In unserer Gemeinde haben viele Nationalitäten eine Heimat

Unser Pfarrer Stark ist als Deutscher über 28 Jahre als Missionar für die Steyler Missionare  [Societas Verbi Divini] im Herzen des Kongo tätig gewesen und vor 10 Jahren für seinen Orden nach St. Petersburg gekommen. Er liest jeden Sonntag die  Messe in der St. Katharinen Kirche am Newski Prospekt auf Französisisch und viele frankophone Glaubensbrüder kommen auch gerne zu seinen Messen in die “Mariä-Heimsuchung”.Kirche.  Sein Vikar Miroslav Foris stammt aus der Slowakei; es wird eine intensive und brüderliche Zusammenarbeit mit der unierten griechisch-katholischen Gemeinde gepflegt, die ebenfalls Mariä-Heimsuchung als Pfarrkirche nutzt. Viele Gemeindemitglieder sind baltischen, westeuropäischen, ukrainischen, indischen, franko-afrikanischen oder russischen Ursprungs, und auch die kleine Gruppe der deutschen Katholiken hat Ihre Heimat hier gefunden. Die Messe wird auf Russisch und jeden 1. Sonntag im Monat auch auf Deutsch / Russisch gehalten.

Ein so heterogenes, multikulturelles, katholisches Leben wie in unserer Kirchengemeinde findet man selten, ganz besonders in Russland. Sie ist ein Treffpunkt von vielen Kulturen, Menschen die Ihren Glauben unbekümmert der äußeren Umstände fröhlich leben und gemeinsam – im praktischen wie im geistigen Sinne – die Kirche wieder aufbauen.